Was PR & Social Media mit Auto fahren gemeinsam haben

„Kuppeln, Sie sollen die Kupplung treten! Das gibt es doch nicht, jetzt ist die Kiste schon wieder abgesoffen.“ – Ich erinnere mich, als ob es gestern war: Meine erste Fahrstunde, damals in Wiesbaden. Der Fahrlehrer war von Anfang an nicht von mir angetan. Auf seine Frage, wie oft ich schon gefahren wäre, habe ich wahrheitsgemäß geantwortet: „Noch nie, deswegen bin ich ja hier“. Seitdem weiß ich, wie Verachtung aussieht. Ich glaube, ich war sein erster Fahrschüler ohne jegliche Erfahrung aus heimlichen Touren auf dem Metro-Parkplatz oder wenigstens einem legalen Abstecher auf den ADAC-Übungsplatz. Aber, ich drifte ab. Wo waren wir gleich nochmal? Ach ja: Kuppeln!

Wie sollte ich das auch schaffen? Überraschungseier bieten einem Dreierlei, aber ich sollte, Schalten, Kuppeln, nach vorne schauen und gleichzeitig noch drei Spiegel im Blick halten, der Tacho musste auch kontrolliert werden, Blinker setzen, Schulterblick – die Liste der GLEICHZEITIG auszuführenden Aktionen war endlos und für mich unüberwindbar. Wumms, würg – schon wieder abgesoffen…

Was hat das mit PR zu tun? Nun, wenn Sie erfolgreiche Medienarbeit machen wollen/müssen, dann ist meine Liste aus den Neunzigern ja noch überschaubar: Pressemitteilungen verfassen oder lokalisieren, Telefonate und E-Mail-Anfragen beantworten, Journalisten kontaktieren, Artikel platzieren und schreiben, Interviews geben, die nächste Pressetour organisieren (kommt da auch jemand?), Budget-Meetings, Team-Meetings, Manager-Briefings – das waren so die wichtigsten Aufgaben der klassischen PR. Seit Social Media ins Potpourri der Medienarbeit gehört, ist diese Liste nicht nur um Einiges länger geworden. Vor allem die Reaktionszeiten müssen schneller sein. „Wenn Sie heute noch auf die Autobahn wollen, dann muss jetzt was passieren“ (auch so eine Erinnerung von damals).

Und heute? Ich sitze im Auto, nippe an der Cola, lege gleichzeitig eine neue CD ein, schaue mir die Landschaft  an, denke über die nächsten PR-Aktionen nach und – ach ja, irgendwann habe ich auch die Kupplung getreten, den Gang und die Spur gewechselt, über die Schulter geblickt, und all das, ohne nachzudenken. Genauso ist es mittlerweile mit der Medienarbeit. Nach 30 Jahren gehen einem die Basics automatisch von der Hand. Ausnahmsweise also mal ein Bereich, in dem einem Alter und Erfahrung zum Vorteil gereichen. Und das nicht nur uns, sondern vor allem unseren Kunden.

Und Ja, ich fahre auch heute noch einen Schaltwagen 😉

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